512 Geschichte der christlichen Religion.
derte, in einen gewissen Enthusiasmus verwandelt,der noch zur Zeit nicht gemisbilliget werden konnte,ob sie gleich verschiedenes darinnen thaten , was zuübertrieben war. Dieses erhellet auch aus ihrem Be-zeigen gegen sie, wenn die Berenner nun ihren Kampfvollendet und den Märtyrertod überstanden hatten.Dcnn der Kürze wegen übergehen wir die öffentlichen
- , Merkmaale der Freude, die man äußerte, wenn siedurch keine Martern zur Verleugnung des christlichenNamens gezwungen werden konnten.
Die Lehrer der Kirche gaben dem Tode der Mär-tyrer sehr prächtige Namen. Man nannte ihn eine
t>??. nö. Erhöhung. «Drigenes gründete diese Benennung
«^M??-. Worte Jesu Christi: wenn ich erhöhet seyn
werde, will ich sie alle nach mir ziehen. Er hat-te so gar, den verwegnen Gedanken, daß vielleichteinige Menschen durch das Dlut der Märty ,rer erkaufet würden. Dieses Vielleicht beweist,daß sein übertriebner Gedanke nicht der Glaube derganzen damaligen Kirche gewesen sey. Man priesdie Kirche glückselig, weil die Ehre dieser bewundernö-
H-/»-.e/'.,o. würdigen Kämpfe und Siege auf sie zurücke fiel. Daskostbare Blut der Märtyrer machte sie herrlich. Ly-prian beschrieb diese Herrlichkeit mit einem Spieledes Wihes, das dem guten Geschmacke eben nicht ge-fallen wird. Er sagte, daß die Kirche vor derVerfolgung durch die Heiligkeit des Gebethesweiß gewesen wäre; nun wäre sie von demBlute der Marryrer roch, und sie könnte alsounter ihre D>umen Lilien und Z^oscn zahlen.
So bald die Märtyrer gestorben waren, so bemü-hete man sich sehr um ihre Leichname, oder um dieUeberbleibsel derselben. Man sammelte ihre Asche,
wenn