Zweyter Abschnitt. 51z
wenn sie verbrannt worden waren; man erkaufte auchihre Leiber von den Henkern und Richtern mit großenGeldsummen, damit man sie auf eine anstandige Wei-se begraben konnte. Die Kirche erstreckte diese Sorg-falt überhaupt auf alle Verstorbenen, auf die Armen,aufdie, welche das Meer an den Strand geworfen hatte,und selbst auf die, welche an der Pest gestorben wa-ren. Desto gerechter war die Sorgfalt, die Märty-rer, die so herrliche Beweise ihrer Standhaftigkeit inder Religion gegeben hatten, auf eine anständige Artunter die Erde zu bringen. Man machte sich darauseine Pflicht; man hielt damals schon besondere Be-dienten zur Erfüllung dieser Schuldigkeit, und erklä-ret? es für ein großes Verbrechen, wenn sie unterlaß 67-,'.sen wurde. Cyprian vermahnete seine Geistlichkeit"/'- h'/^-sehr nachdrücklich dazu. Die Juden und Heiden hat- Aten zuweilen die Grausamkeit, die Christen daran zu / ^verhindern. Man verbrannte die Märtyrer, undc./s./.s.c./.streucte ihre Asche auf die Flüsse; man seßre Wachenzu ihren Leichnamen, damit sie von den Christen nichtbegraben werden konnten, sondern eine Speise der Vö-gel werden und über der Erde verfaulen mußten. Al-lein, alsdann litte die Kirche einen harten Schmerz,daß sie die Gebeine der Ihrigen, nicht mit ein wenigErde bedecken konnte. So sehr sich also auch dieEhrfurcht der Christen gegen die Märtyrer vergrößerthatte: so begrub man doch dazumal noch die Ueber-bteibsel und Trümmer ihrer Leiber, und man sahsie nicht als Heiliqthümer an, die man in güldenenund silbernen Kapseln als einen Gegenstand der Anbe-lhung aufbewahren müßte.
Unterdessen ist gewiß, daß nunmehr weit mehr Um-stände mit dem Begrabnisse der Christen überhaupt
II Theil. Kk und