5l6 Geschichte der christlichen Religion.
in der Absicht, das Andenken solcher siegreichen Kam-L/<M. /. 4. pfer zu erhalcei,; man nannte deswegen ihren Ster-c- ^- betag ihren Geburtstag, und weil Worte nur über-reden, Exempel aber fortreißen, und man einen sehrstarken Antrieb haben muß, wenn man zum Tode ge-hen soll: so erneuerte man ihr Andenken , die Nach-kommen durch das Beyspiel ihrer Vorfahren zurcwMttl. Standhaftigkeit im Glauben aufzumuntern. Der/. s. Verfasser der apostolischen Verordnungen will nichtse. anders, als dieses sagen, wenn er ausruftlasset lins
der Märtyrer gedenken, damit wir würdig er-funden werden mögen , Theil an ihren Rüm-pfen zu nehmen!
Zu der Zeit, da der Märtyrer öffentlich gedachtwurde, brachte man Opfer für sie dar. Mmimuß sich hier erinnern, daß die Christen die Gewohn-heit hatten, wenn das Abendmahl gehalten wurde,gewisse freywillige Gaben mitzubringen, von denendie Bischöfe, alle Kirchenbedienten, und die Armenunterhalten wurden. Man hatte sie statt der Liebcs-maale der allerersten Christen eingeführet. Nur venden Gläubigen, welche in der Gemeinschaft der Kir-che waren, durften dergleichen Geschenke genommenwerden. Von den Büßenden wurden sie nicht an-genommen ; denn indem man sie angenommen hätte:so hätte man sie durch eben diese Handlung für Mit-glieder der Kirche erkläret. Man opferte also auch fürH-/»-,'-?«. die Märtyrer. Cyprian drang sehr darauf, daß«^.".^7-man dergleichen Geschenke für sie darbringen sollte.Dieser Gebrauch wurde den andern Gläubigen zumTroste eingeführet. Sie sollten beständig erinnertwerden, daß es mit den Märtyrern nach ihrem Todenicht ganz aus wäre; daß sie vielmehr mit ihnen in