Zweyter Abschnitt.
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Sie gaben vor, daß Pilatus unsern Erlöser hatte ma-len lassen. Diesen Bildnissen, und den Bildnisseneines Pythagoras, eines Aristoteles, und eines Ho-merus erzeigten sie eine sehr feyerliche Verehrung.Sie krönetcn dieselben ; sie stelleten sie öffentlich zurSchall aus, und erzeigecen ihnen andere heidnischeEhrenbezeugungen. Epiphanius und AuIlisti- /?/>//>S.mw glaubeten, daß sie ihnen geräuchert haben. Ire- -v-naiis konnte diesen Bilderdienst nicht erdulden, weil, ^wie er sagte, dasjenige, was unsterblich wäre, durch , ^keinen Dienst verehret werden könnte, welcher einem c.o.vergänglichen Gegenstande erwiesen würde, der ineinem Augenblicke zerstöret werden könnte. Eine Eh-re, die bald vorüber geht, kann niemanden befriedi-gen. Er sehte diese Verehrung unter die Verbrechen,welche den sündlichen Zustand der Irrenden noch mehrverschlimmerten.
So groß also auch, vornehmlich im zweyten unddritten Jahrhunderte, die Ehrfurcht der Christen ge-gen die Märtyrer war: so war sie doch noch in keinenCreaturendicnst ausgeartet.
Man machet in der Kirche einen Unterschied zwi-schen den Heiligen. Die Märtyrer sind Heilige vomersten Range. Allein, man giebt diesen Namen auchandern, welche zwar keines gewaltsamen Todes fürdie Religion gestorben sind, dennoch aber ein sehr hei-liges Leben geführet haben. Hat die erste Kirche denHeiligen vom ersten Range keine gottesdienstliche Ver-ehrung erwiesen : so ist unstreitig, daß sie eine solcheEhre noch vielweniger andern Gläubigen werde habenzukommen lassen.
Ueberhaupt kannte die erste Kirche keine andernHeiligen, als die Märtyrer. Man war von diesen/'^.r.//.
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