524 Geschichte der christlichen Religion.
allein vollkommen überzeugt, daß sie selig waren, weilsie ihren Glauben mit ihrem Blute versiegelt hatten.Was die Heiligkeit der andern Christen betraf: so hatteman keinen unbetrüglichen Beweis von derselben, weilGott allein das Vorrecht besHt, die Herzen und Nie-ren der Menschen zu prüfen. Noch gab es keine Klö-ster, das Paradies mit Heiligen zu bevölkern. Diegroßen Lehrer und Schriftsteller, welche so viele Ver-dienste für die Religion hatten, ein Duadraru?,einAristides, ein Meliro, ein Hegesippus, einArhenagoras, ein TheopKilus von Alerandrien,ein pamanus, ein Clemens von Alerandrien, cmOrigenes , ein Tercullian, ein Minmius Felix,und viele andere erhielten noch nicht in den Denkmalernder ersten Kirche den großen Namen der Heiligen./»/?.?'« Ein Iustinus, der Märtyrer, war überzeugt,c. xg keinen vollkommenen Heiligen auf der Erden' gäbe; er forderte diejenigen, welche dieses nicht glau-ben wollten, auf, ihm ein einiges Beyspiel einesMenschen zu zeigen, und behauptete, daß kein Menschseine Pflichten vollkommen erfüllete. Cyprian ver-urtheilete die gegenseitige Meynung als einen Irr-thum, der zum Stolze verführete, und die Menschenin die Gefahr bringen könnte, ihre Seligkeit zu ver-H,/>^. <K lieren. Er bewunderte deswegen die Weisheit Jesuo---?,.Oom. Christi, welcher allen Menschen befohlen hätte zu be-then: Vergieb uns unsere Schuld, wiewirun«fern Geduldigern vergeben. Er war überzeugt,daß Christus dieses Gebeth allen andern Christen vorge-schrieben habe, damit sich niemand mit seiner Unschuldschmeicheln und sich einbilden sollte, daß jemand aufder Erden vollkommen wäre. Man findet auch inden ersten drey Jahrhunderten kein einziges Erempel
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