Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
559
Einzelbild herunterladen
 

Zweyter Abschnitt. 559

konnten, (telsus hatte den Christen den Vorwurf O^"-gemacht, daß sie bey ihrem Gottesdienste Unverstand ^liche Worte brauchten. Da er keine andern Christen / ^kannte, als die Gnostiker: so hatte er recht. Origenes /,///.antwortete ihm also, daß dieser Vorwurf die Recht-gläubigen nicht träfe. ^ Die Griechen sagte er, bedienensich im Gebethe der griechischen, die Römer der rönü-^^"'^'''s.hen Sprache, alle bethen in ihrer eigenen Sprache;und der Herr aller Zungen erhöret sie alle. Dieses erhel-,-/^/ ^ /let auch daraus, daß die heilige Schrift sehr früh in /. «.alle Sprachen übersetzt, daß das jesen derselben allenChristen angepriesen wurde, und d<>ß die Kirchen, dienoch keine Uebersetzung der Schrift besaßen, Dolmet-scher harten.

Dieses ist die wahre Gestalt des Gottesdienstesder ersten Christen, so wi it man ihn aus den ältestenDenkmälern des ersten und zweyten Jahrhunderte? derKirche kennen lernen kann. Zugleich sind einige Ge- .brauche berühret worden, deren zwar nur die Schrift-steller des dritten Iahrhundertes gedenken, von de-nen aber mit Gewißheit vermuthet werden kann, d.sie, wo nicht in allen Gemeinen, doch in einigen frü-her üblich gewesen seyn mögen.

So wie nach und nach die Religion selbst einigeVeränderung erfuhr und mit menschlichen Zusätzen be-reichert wurde : so gieng es auch dem öffentlichenGottesdienste der Christen. Man fing, schon zu desOrigenes und des Tertullians Zeiten an, einige Stü-cke dieses Gottesdienstes geheim zu halten. DieseGewohnheit wurde im dritten und den nachfolgendenJahrhunderten durchgängig angenommen und einge-führet. So entstund die so sehr berühmte und so oftgemisbrauchte Dlsciplina Arcani, oder die Geheim-haltung