558 Geschichte der christlichen Religion.
pen. Endlich höretcn sie ganz auf; aber die Opfe^rung blieb. Es wurden aber von keinem andemOpfer oder Gaben angenommen , als von wirklichenChristen, die zum Abendmahle zugelassen' wurden.7>,Man nahm sie weder von Irrgläubigen, noch vonf?'6e/c?//>,. den Büßenden an. Im dritten Jahrhunderte war^ ^- es eine Pflicht, selbst für die verstorbenen Christen,und besonders für die Märtyrer, solche Opfer darm-bringen, ihre Gemeinschaft mit der sichtbaren Kirchedamit zu bezeichnen.
Wenn die Christen ihre freywilligen Gaben geo-pfert hatten: so sonderte der Oberste, wieJustinussaget, so viel Brodt und Wein von denselben ab, alszum Genusse des Abendmahls für die Anwesenden ge-nug war. Er dankete darüber. Man hat aus denältesten Zeiten kein Formular dieser Danksagung.Vermuthlich bestund sie in dem Gebethe des Vaterunsers und in der Wiederholung der Einsehungßwortedieser heiligen Handlung. Die Diaconi theileren denAnwesenden das gesegnete Brodt und den mit Wasservermischten Wein aus, und überbrachten auch beydesden Abwesenden. Die ersten Christen genossen dasAbendmahl alle Sonntage und an allen andern hohenFesten. Gemeiniglich wurde es gegen den Abend ge-nossen, weil man dafürhielt, daß es nicht nüchterngenossen werden dürfte. Allein, zu Cyprians Zeitenwurde auch schon früh das Abendmahl gehalten.Den Beschluß dieses öffentlichen Gottesdienstes mach-te gemeiniglich ein Lobgesang und der Kuß des Frie-dens, oder der brüderlichen Liebe, den alle Christeneinander zu geben pflegten.
Der ganze Gottesdienst wurde in der Spracheverrichtet, welche alle anwesende Christen verstehen
konnten.