Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
569
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Zweyter Abschnitt. 569

teten, gewidmet. Sie hatten auch die Gewohnheit,dasjenige, was sie durch ihre Enthaltung von Spei-se und Trank gewonnen, zu Allmosen anzuwenden.Grigenes saget, er hätte in einem gewissen Buche gc- 0,v^?».funden, daß die Apostel gesagt haben sollten : Seligist, der deswegen fastet, damit er den Armen ernäh-^-ren möge! Ein solches Fasten ist Gott sehr ange-nehm.

Man pflegt unter die heiligen und gottesdienstli-cben Handlungen der ersten Christen die Heilung derKranken durch das Gebeth der Aeltcsten und die Sal-bung derselben mit Oele zu rechnen. Wir finden, daßJacobus diesen Gebrauch verordnet habe; und es istwahrscheinlich, daß er auch von den übrigen GesandtenJesu Christi verordnet worden sey. Dieser Gebrauch,der seiner eigentlichen Beschaffenheit nach nicht längerdauren sollte, als Gott die Wundergaben in derKirche erhalten wollte, wurde fast durchgängig in allen ^^«»o?.Kirchen des Orientes und des Occidentes beybehalten,/""-,-«-und da der wahre Endzweck desselben vergessen wurde,verfälscht, und in den spätern Zeiten in eine sogenanntes"^, ^letzte Oelung vewandelt. Der Endzweck dieser Hand-^.lung war die Heilung der Kranken durch das Gebethder Aeltesten. Jacobus beschreibt diesen Gebrauch also:W jemand krank, der rufe ;u sich die Aelre Jac.5.ften der Gemeine, und lasse sie über sich bethenund salben mit Oel in dem Flamen des Herrn.Und das Geberh des Glaubens wird dem Fran-ken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten;und so er hat Sünde gethan, werden sie ihmvergeben seyn. Es ist offenbar, daß dieser Ge-brauch nicht für Sterbende, sondern für Kranke ver-ordnet worden sey. Es ist weiter klar, daß die Hei-

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