Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
576
Einzelbild herunterladen
 

576 Geschichte der christlichen Religion.

ein Gebrauch, der im Oriente darum so gewöhnlich war,weil man daselbst die Gottheit entweder für das Lichtselbst, oder doch die Sonne für die Wohnung der Gott-heit hielt. Diese Gewohnheit wurde zwar von denen ver-worfen, die das Christenthum annahmen: allein der aneund durchgängig angenommene Gebrauch, der darausentsprungen war, wurde beybehalten. Es ist wahr, daßman diesn Gebrauch vernünftig zu machen und ihmeinige Bedeutung zu geben suchte. Man sagte, daßman sich darum im Gebethe alle?eit gegen den Morgenrichtete, weil unser Erlöser der Aufgang aus der Höhegenannt würde. Man sieht wohl, daß dieses die eigent-liche und wahre Ursache dieses Gebrauches nicht seynkönne. Denn mit was für Gebrauchen sollte nicht dieKirche überschüttet werden, wenn ein jeder metaphori-scher Name unsers Heilandes einen Gebrauch veranlassen sollte. Auf eben die Weife hätte es ein besondererGebrauch seyn können, in Weinbergen zu bethen, weilChristus sich selbst in der Schrift einen Weinstock ge-nannt hat. Eben fo verhält es sich mit dem Rau-chern, in den öffentlichen, zum Gottesdienste bestimm-ten Gebäuden. Dieser Gebrauch wurde offenbar vont?«»o«. den Heiden entlehnet, und hatte mit dem christlichen'///. /I/-»//. Gottesdienste nicht die geringste Verwandtschaft. Al-s./^ kann wohl einen Gebrauch erfinden, welchem

o,/.v/,/^-der Mensch, wenn er das Sinnliche einmal liebet,c-,?./-. 78. nicht eine gute Bedeutung geben könnte, wofern mannur nicht fordern will, daß sie natürlich seyn soll ?Man könnte dieses noch von vielen andern solchen Ge-bräuchen sagen, die ihrem Ursprünge nach jüdisch sind,und besonders im Oriente eingeführet wurden, wofernwir nicht in der Geschichte der nachfolgenden Jahr-hunderte Gelegenheit genug darzu finden würden.

Dem