Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
585
Einzelbild herunterladen
 

Zweyter Abschnitt. 585

neu. So verlangte Paulus , daß sich weder gläubi- l Cor. ?-ge Weiber von ungläubigen Männern, noch gläubi-ge Manner von ungläubigen Weibern enthalten soll-ten , wenn es dem ungläubigen Theile gefiele, dieEhe mit dem andern fortzusetzen. Die Ursache diesesKirchengesetzes war die Vermehrung der Gemeine.lVas weißest du, du lVeib, ob du den Mannwerdest selig machend Oder du Mann, wasweißest du, ob du dastVeib werdest selig ma-chen?

Nichts kann den Wohlstand einer Gesellschaft mehrerhöhen und sie weiter ausbreiten, als wenn unter ih-ren Gliedern eine vollkommene Einigkeit herrschet.Die Christen machen zwar alle zusammen nur eineGesellschaft aus 5 sie sind alle ein Leib , von dem Chri-stus das Haupt ist: dennoch aber haben sie sich sehrzeitig in kleinere Gesellschaften und Gemeinen theilenmüssen. Man kann mehr als fünfzig besondere Kir- ^. /chen zählen, die von den Aposteln selbst und ihren Ge-"^"-hülfen gepflanzet worden sind, und in der heiligen A'.^^Schrift schon erwähnet werden. Die Stifter des ^«/c "o.Christenthums wollten, daß diefe Kirchen, wenn esdie Umstände erlaubten, eine anständige Gemeinschaftmit einander unterhalten möchten. Dieses erhellet Apostels,daraus, daß sie zuweilen ihre Briefe an viele Gemei- 8/i5-14-nen zugleich richteten, oder zuweilen auch die Verord- c- 9,zi>Z2.nung machten, daß ihre Briefe, die nur an diese oder u^f.jene Gemeine gerichtet waren, den Benachbarten mit- ' ' 'getheilet werden sollten. Diese Verbindung der be-sondern Kirchen war um so viel enger, je näher sie ein-ander waren; zumal zwischen denen, welche von an-dern das Evangelium zuerst empfangen hatten. Sosendete die Gemeine von Jerusalem Petrum und Io

O o 5 hcm-