Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
591
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Zweyter Abschnitt. 591

Gelegenheit und Beschaffenheit der Umstände, son-dern ohne Einschränkung nachgelebet werden sollte?

So war es als) mit den Kirchengeseßcn Jesu Chri-sti , und seiner Apostel beschaffen! Man kennel schonaus der vorigen Betrachtung die Veränderungen,welche die Christen nach dem Tode der Apostel, bisgegen das Ende des dritten Jahrhundcrtes, in derKirchenzucht vorgenommen haben, in so fern sie dieEinrichtung, die Ordnung, und die Gebrauche de6öffentlichen Gottesdienstes angeht» Wir brauche»also nur zu lernen , was sie in Ansehung der übrigenKirchengeseHe, entweder für Veränderungen oder fürVermehrungen und Zusätze gemacht haben. DieseMaterie aber ist so reich und weitläufig, daß wirhier nur das Wichtigste und Gewisseste davon anfüh-ren können.

Wir wollen hier nichts von dem Unterschiede derKirchenbedienungm sagen, den man in den ersten dreyJahrhunderten der Kirche findet; wir wollen nur be-merken , daß auch noch nach dem Tode der Aposteldie Wahl der Lehrer, auf das Urtheil und die Stim-men aller Christen ankam , sie mochten Kirchenämtecbekleiden oder nicht, ob gleich die Einsegnung dersel-ben, durch die Handausiegung von andern Lehrern ge-schah. Clemens , der erste Bischof von Rom und 6/^5»?'«ein unmittelbarer Nachfolger der Apostel versichert, ^daß die Lehrer mit allgemeiner Einwilligung der gan-zen Kirche, zu ihrem Amte berufen würden. So s.wurden Fadian und Cornelius von dem Volke zu^-5-Bischöfen gcwählet, und Cyprian sagte deswegen, c>/>^/s».daß die offene Scelle eines Bischofes, vermöge einesapostolischen, göttlichen und fast in allen Ländern an-genommenen Gebrauches, nicht anders, als durch

die