Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
593
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Zweyter Abschnitt. 59z

dem Frühgottesdiensie dazu eingesegnet werden sollte.Darum machte Cornelius, ein römischer Bischof,seinem Gegenbischofe, dem Novatus, den Vorwurs,daß er nicht allein Presbyter geworden wäre, da erdoch die Gnade der Taufe erst auf dem Krankenbetteempfangen hatte, sondern sich auch um die zehnteStunde, oder nach unserer Zeit um die vierte Stun-de des Nachmittages, von trunkenen Bischöfen, hättezum Bischöfe eigenmächtig einweihen lassen. Ter- 7e,-/»//. ^cullian aber machte, nachdem er zu den Montanisten ""»o^.übergegangen war, den andern Christen den Vorwurf,daß man Bischöfe bey ihnen sähe, die sich zweymalverheirathet hätten.

Was die Kirchenzucht in Ansehung der Mittel-dinge anbelanget: so behielten die christlichen Gemei-nen nicht allein die apostolischen Gebothe, kein Blut,kein Ersticktes und kein Götzenopfer zu essen, bey:sondern machten auch aus guren Absichten, besondersüber gewisse an sich gleichgültige Gebräuche beym Got-tesdienste , Verordnungen, die mit der Zeit Fesselder Gewissen wurden.

Was die Ehen der ersten Christen anbetrifft: so ist ^nicht unwahrscheinlich, daß sie von einigen Feyerlich-keiten begleitet worden sind. Wohlstand und Ord- ^'' ^'nung muß besonders bey so wichtigen Begebenheiten^ 'des Lebens beobachtet werden. Es ist aber zu ver-muthen, daß die Christen sich nach denen Gebräuchen,welche die bürgerlichen Gesetze verordneten, gerichtethaben werden, in so fern solches geschehen konnte, oh-ne der Abgötterei) schuldig zu werden. Man schließtsolches daraus, daß die Verlobten auch unter denChristen nach der Gewohnheit der Juden und HeidenKranze trugen , ob gleich ein Terwllian wider diesen 7>»^//.ck

II. Theil, Pv Ge..c"ö» c /-