6Q8 Geschichte der christlichen Religion.
leicht anmaßen ; denn sie hatten unter einander dasGesetz eingeführet, keinen zu ihrer Gemeinschaft zuui-lassen, der von dem Bischöfe seines Ortes abgesetztoder ercommuniciret worden war.
Unterdessen erkannte doch kein Bischof einen andernf>/>^«. Bischof über sich. Das war Cyprians Grundsatz,weitlauftig behauptete, als er wegen der Wie--^/'^'-^ dertaufe der Ketzer mit dem römischen Bischöfe in' "^/A" Streit gerieth. Noch hat sich, sagte er gegen die in/^-'. /«? dieser Sache angestellte Kircheiwersammlung, nie-ecc/. niand unter uns zum Bischöfe über alle Bischöfe ge-//oz. ^. macht, oder auch seine Mitgenossen durch einen tnran-^nischen Irrthum zum Gehorsame gezwungen. Einjeder Bischof hat die Macht, nach seinem freyen Wil-len zu urtheilen, und kann so wenig von andern gedich-tet wcrden, so wenig er andere richten kann;Wir erwarten vielmehr alle das Gericht unsers Herrnund Heilandes Jesu Christi, welcher einzig und alleindi-.> Macht hat, uns so wohl der Kirche vorzusetzen,als auch über unsere Thaten Gericht zu halten.
Man darf aber nicht glauben, daß dieBifchöfe al-lezeit nach dem Grundsätze gehandelt hatten, daß keinBischof den andern richten könnte. Als Paulus vonSamosata, der Bischof von Antiochien , seinen Irr-thum vortrug, der ohne Zweifel auf keine Weise ge-rechtfertigt werden kann: so begnügetcn sich die be-nachbarten Bischöfe nicht damit, daß sie ihn ermahne-ten, seinen Irrthum zu verlassen , unter der Bedräu-ung , daß sie sich von seiner Gemeinschaft absondernwürden, sondern sie machten sich auch, nach dem en-prianischen Ausdrucke, zu Bischöfen über Bischöfe.Sie versammleten sich nach Antiochien , setzten ihn da-selbst ab : und da er sich ihrem richterlichen Ausspru-