Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
611
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Zweyter Abschnitt. 6il

die Frage nämlich, ob man die heilige Schrift so ver-stehen dürfe, wie sie zu den Zeiten der Apostel, nachihren klaren Worten, hat verstanden werden müssen.

Die Kirche von Jerusalem wurde, so lange sich Apostelg.die Apostel daselbst aufhielten , gemeinschaftlich von ^5/ 2.4-ihnen und von den Aelteften regieret. Diesen wur-de auch die Sorge für den Unterricht und den öffent-lichen Gottesdienst der Christen überlassen, nachdemsich die Jünger Jesu Christi in alle Lander zerstreue-ten, die Welt zur Erkenntniß des E^angelii zu brin-gen. Ihr Name, der unter den Jüden den Lehrernder Snnagoge beygeleget wurde, bezeichnete nicht sowohl ihr Alter, als vielmehr ihre Würde. Sie hat-ten das Amt, die Christen, über welche sie zu Auf-sehern verordnet wurden, theils öffentlich, theils ins-geheim zu unterrichten, brüderlich zu ermähnen,' zubestrafen, und mit Zuziehung der ganzen Gemeine,für die Ordnung und den Wohlstand des Gottesdien-stes zu sorgen. Man findet in der Schrift keineStellen, in welchen ihnen mit deutlichen und aus-drücklichen Worten das Recht zu taufen und daS Brodtund den Wein beym Abendmahls zu segnen, auf einesolche Art ertheilet worden wäre, die andere Christenvöllig davon ausgeschlossen hätte, ob ihnen gleich derOrdnung und des Wohlstandes wegen dieses Amt vor»züglich vor andern, von den Gemeinen zugestandenwerden mußte. Dergleichen Aeltesien verordnetendie Apostel bey allen Gemeinen, die sie ihrem Erlösersammleten. Sie führeten wegen ihres Amtes den -Namen der Bischöfe, oder Aufseher über die Gemei-nen. Paulus , welcher auf seiner Reise nach Jerusa-lem die Aeltesten von Ephesus nach Miletus zu sichfodern ließ, sagte zu ihnen, daß sie der hsillFe

Qq 2 Geist