Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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612
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612 Geschichte der christlichen Religion.

Geist zu Bischöfen über die Gemeine GorresApq- 20. geseyet harre. Eben dieser Apostel gedenkt in demPhil.i, i. Gruße, mit welchem er seinen Brief an die Philipperanfängt, keiiler andern Kirchenbedienten , als derTit. l, 5.6. Bischöfe und Diener. Da er dem TituS befahl,7- daß er die Städte in Creta mit solchen Aeltesten bese-

hen sollte, welche untadelich, gastfrey, gütig, heiligund züchtig waren: so gab er zur Ursache seines Be-fehles diese an, daß ein Z)i>chof aljo deichtenseyn müßte. Petrus selbst war so weit davon entfer-net , sich eine bischöfliche Hoheit und Macht über dieAelresten anzumaßen, daß er sich vielmehr ihren1 Petr. 5,i. Mitaltesten nannte: die Aelreften, sagte er, er-mähne ich der ! Nicalreste. Er eignete ihnen ebendas Amt zu, das er besaß: rveio. r die Heerde1 Tim. z, i. Christi, die eu-.d befodlen ist. Paulus , der inseinem ersten Briefe au^en Timotheus eine sehr voll-ständige Kirchenordnung verfassete, gedachte keinerandern Kirchenbcdicnten, als der Dlschöfe, und derDiener. Es ist also offenbar, daß er unter den Bi-schöfen die Aeltesten verstanden habe.

Aus allen diesen Schriftstellen sieht man nicht, daßdie Apostel selbst , zwischen Bischöfen und Aeltesten,einen wesentlichen Unterschied gemacht hätten. Pau-lus weis von keinen andern Bedienten der Kirche, als6«^/. ^- von Aeltesten und von Dienern. Wie besonders dasecc/. "/>o/?-Anit der Diener entstanden sey, das beschreibt LucaS.A 70-. wesentliche Verrichtung ihres Amtes war nach

Apg- 5. heiligen Geschichtschreiber die Sorge für die

Armen. Im übrigen waren sie nicht von dem Amte,das Volk zu unterrichten, ausgeschlossen. DasBeyspiel des Stephanus beweist solches. Man hatschon gesehen, daß die Diener des zweyten und drit-