Zweyter Abschnitt. 6iz
ttn Jahrhundertes weit von den allerersten Dienernder Kirche unterschieden waren.
Man kann also aus der Offenbarung nicht erwei-sen , daß die Bischöfe einen von dem Orden der Aelte-sten ganz verschiedenen Orden ausgemachet hatten.Es laßt sich nicht einmal mit unwidersprechlichen Be-weisgründen aus der Schrift erhärten , daß schon zuden Zeiten der Apostel einem von den Aeltesten bey ei-ner jeden Gemeine ein gewisser Vorzug vor den an-dern ertheilet worden sey, mit welchem man den Na-men eines Bischofes, als einen unterscheidenden Na-men verknüpfet habe. Johannes redet zwar in seinerOffenbarung von sieben Engeln der sieben asiatischenGemeinen, und man darf daher mmhmaßcn, daß esschon zu den apostolischen Zeiten üblich geworden sey,einem von den Aeltesten einer jeden Gemeine den an-dern Mitgliedern derselben vorzusetzen; weil es nichtwahrscheinlich ist, daß in allen diesen Kirchen nichtmehr als nur ein Lehrer gewesen seyn sollte. Allein, dasist weiter nichts, als eine Muthmaßung , und mankann nicht daraus folgern, daß es in allen christlichenGemeinen eben so, wie in diesen , gehalten wordenseyn sollte, oder nothwendig also gehalten werdenmüßte.
So viel ist gewiß, daß schon in dem ersten Jahr-hunderte fast in der ganzen Christenheit, bey einer je-den Kirche, einem von den Aeltesten, nicht allein derName des Bischofes ertheilet, sondern auch die all-»gemeine Aufsicht, so wohl über die Aeltesten, als überdie ganze Gemeine, aufgetragen worden ist. Allein,bey dem Mangel entscheidender Nachrichten aus denersten Zeiten , kann nicht zuverlaßig bestimmet wer-den , was die Kirche zu dieser allgemeinen Aufsicht ei-Qq Z ,' gent-