Zweyter Abschnitt. 617
lung ganz verschiedener Begriffe, mußte nothwendigihre Ehrfurcht gegen ihre Bischöfe vergrößern; unddiese Ehrfurcht vergrößerte ihr Altsehen.
Eben so dunkle und verworrene Begriffe machte S. die Te-man sich, wie schon an einem andern Orte gczeigct trachr.vonworden ist, von der Einheit der Zxirche. Dic^'"^'"^Schrift vergleicht sehr oft die Kirche mit einem Hau- tuna^^se, mit eincrStadt, und mit dem menschlichen Leibe, „ntcrdcnMan dehnete diese Vergleichungen weiter auö, als es Recht-der Sinn der heiligen Schrift erfoderte. Man fing gläubigenan, von einer gewissen physikalischen Vereinigung derMitglieder einer jeden Kirche mit ihren Bischöfen,' ^und aller einzelnen Kirchen unter einander zu träu-men. Das Leben des menschlichen Körpers beruhetauf der Verbindung aller Gliedmaßen mit dem Hau-pte. Man sah aber den Bischof für das Haupt derGemeine an. Darinnen irrete man; denn Christuswar das Haupt seiner Gemeine. Es ist unglaublich,wie viel diese irrige Meynung zur Vergrößerung derbischöflichen Hoheit und zur Aufrichtung einer geistli-chen Hierurctne beytrug. Man seße hierzu noch dieenge Gemeinschaft, welche die Bischöfe mit einanderunterhielten, und auf eine eben so unverstandliche Ein-heit des Lnscbofrhumes gründeten. Es ist wahr,alles, waö Cyprianus davon sagte, ist sehr dunkel;aber man sieht doch nirgends, daß man eben so vielvon einer Einheit des Presbytern geredet harte.
Man behauptet nicht ohne Grund, daß auch dieStreitigkeiten der Irrgläubigen, mit der rechtgläubi-gen Kirche, viel zur Erhöhung des bischöflichen Anse-hens beygetragen haben. Man weis, daß die Ir-renden ihre Zuflucht zu einer geheimen und mündli-chen Sage ihrer Meynungen nahmen, wenn
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