Zweyter Abschnitt. 627
gierung des Claudius schon nach Rom kommen ; manbeschreibt auch seine Reise; man weis den Weg, dener genommen, und die Tage, die er darauf zugebrachthat. Man laßt ihn auf seiner Reise viele Wunderverrichten; man laßt ihn wieder aus Rom fliehen,und ohne eine Stimme, die ihn am Thore noch zurückhielt, hätte Rom seinen ersten Bischof verloren»Man laßt ihn den berüchtigten Zauberer Simon be-streiken ; aber alles dieses weis man erst in den neuernZeiten ; und was das schlimmste ist : so ist diese Rei-.sebeschreibung so unglücklich erfunden, daß sie nicht al-lein von der Chronologie, sondern selbst von der Apo-stelgeschichte bestritten wird. Wenn der Stifter underste Bischof einer Kirche derjenige seyn soll, der zu-erst dahin gekommen ist, und das Evangelium da-selbst geprediget hat: so muß Paulus sowohl fürden Stifter, als für den ersten Bischof der römischenKirche gehalten werden. Die Reise dieses Apostelsnach Rom wird vom Lucas ausführlich beschrieben.Wenn Petrus eher, als er dahin gekommen wäre; hätteseine Reise nicht billig eben so ausführlich beschriebenwerden müssen, als die paulinische, da für die Nach-welt so viel daran gelegen war, gewiß zu wissen, ober der Stifter und erste Bischof in Rom gewesen sey,oder nicht? Es ist bewiesen, daß Petrus nicht im /»zweyten Jahre des Claudius nach Rom gekommen«-"-«-/^'sey, und LactantiuS , ein unverwerflicher Zeuge, ver--^^^-sichert, daß er erst unter dem Nero das Evangeliums""'^daselbst geprediget habe. Es ist ein Glück für den^'^'5"'Lactanz / daß er so alt ist ; man würde es zu ahn-den wissen, daß er dem Stifter der römischen Kir-che eine fünf und zwanzigjährige Verwaltung seinesBischofthums nimmt. Man muß anmerken, daß
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