Zweyter Abschnitt.
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thums an. Allein, zugleich behauptet man mit star-/p5«^o/.ken Gründen, daß Anacler und Cler nur eine Per-^o«- ^Z^-son sey; ja man sieht sich so gar genöthiget, anzuneh-^-^"^--mm, daß Linus und Clerus zu einer Zeit in Rom^^"''Bischöfe gewesen sind, weil man auf keine andere^A.Weise die Schwierigkeiten, welche die Chronologie dere-,».?«/eS.ersten Päbste so sehr verfinstern, heben zu können/"//-glaubet. Was für Ungewißheiten ! So viel erhellet^-unstreirig daraus, daß die ersten römischen Bischöfe 'ihre Hoheit nicht einmal geahndet haben müssen, diesich ihre spatern Nachfolger zugeeignet haben. Hät-ten sie sich selbst für so groß gehalten : so würden siedurch unzweifelhafte und zuverlaßige Denkmäler fürdie Gewißheit ihrer Geschichte gesorget, und dadurchdie Welt überzeuget haben, daß die personliche un-unterbrochene Nachfolge rechtgläubiger Bischöfe inder römischen Kirche unter die Merkmaale der wah-ren Kirche Christi gehöre.
Eben so ungewiß ist es, wie weit sich der Kirchen-^«,sprenge! der ersten römischen Bischöfe erstrecket hat. Er ^^'^5,konnte im Anfange nicht groß seyn, weil die Christen^'den kleinsten und unansehnlichsten Theil von Rom aus-machten. Die Bischöfe, welche an der Bekehrungder Städte und Flecken um Rom herum arbeiteten,sehten ohne Zweifel Bischöfe dahin, und diese blieben,entweder aus Dankbarkeit gegen die größere Kirche,deren Töchter ihre Gemeinen waren, oder auch wegender Nothwendigkeit, worinnen sie sich befanden, wei-sere und angesehenere Bischöfe in schweren Fällen umRäch zu fragen, in einer engen Gemeinschaft mit derrömischen Kirche. Aus dieser Gemeinschaft wurde,wie es fast mit allen kleinen christlichen Gemeinemgieng, sehr bald eine Art der Unttrivürfigkeic. Die
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