6ZO Geschichte der christlichen Religion.
ersten Bischöfe, denen die Landbischöfe aus Ehrfurchtgegen ihre Verdienste allezeit ihrem Rathe oder auchihren Ermahnungen und Vorschriften gehorsam ge-wesen waren, dachten vielleicht nicht daran, daß sieden Grund zur Herrschaft ihrer Nachkommen legeten.Diese aber fanden bey dem Antritte ihres Bischosthu-mes eine Größe, die schon halb befestiget war. DerMensch machet sich nur gar zu gern eine Schuldigkeitdaraus, seine Hoheit zu behaupten. Man fand da-her, daß die Ehrfurcht der übrigen Bischöfe gegenihre Vorfahren gegründet gewesen wäre; und man warso eilfertig und schloß daraus, daß sie ihrer bischöfli-chm Würde gehöret?. Wer weis nicht, daß die Logikder Eitelkeit andere Regeln hat, als die Logik der Ver-nunft oder der Gerechtigkeit? Man vertheidiget alsoseine Herrschaft über andere, als ein Gut, das manvon Gott selbst empfangen hat, und kraft dieser Ge-walt und dieser Treue in der Vertheidigung seinerRechte, drohet man, zwingt man, und schlägt dieje.nigen nieder, die sich der neuen Herrschaft widersetzen.So stufenweise entsteht die Tyranney im Staate;die Hierarchie der Kirche hat keinen andern Ursprung.Wenn das nicht ihr wahrer Ursprung wäre: so würdeman aus den ersten drey christlichen Jahrhundertendoch zum wenigsten ein Denlmaal haben, das uns dieersten Rechte der römischen Kirche über andere Kir-L'FK?vF. chen in ihrem ganzen Umfange lehrete. Wem» eine^5/^. Religion, saget ein Momesquiou, in einem Staate' aufkömmt: so richtet sie sich gemeiniglich nach demPlane der Regierung, die darinnen eingeführet ist.Denn diejenigen, die sie annehmen, kennen keine an-dere Policey, als die Policen des Staates, darinnen/</. /.!/. c5. sie gcbohren sind. Aus eben dem Grunde leitet er das§-1 pomificar her. Man