6Z2 Geschichte der christlichen Religion.
ihre Kinder. Sie hat Wohlthaten und Hüte füralle Nationen; dennoch aber behalt sie, wie dasheidnische Rom , das Beste und Kostbarste für ihrenatürlichen und eingebohrncn Kinder zurück. DieseVergleichung bleibt vielleicht nicht überall in den eng-sten Gränzen. Aber so viel ist doch außer allem Zwei-fel, daß das vorzügliche Ansehen der Stadt Rom viel dazu beygetragen habe, auch ihren Bischöfen einvorzügliches Ansehen in derKirche zu ertheilen. Hierzukam der Märtyrertod, den die beyden berühmtesten..und größten Apostel, Petrus und Paulus , daselbstausgestanden hatten; die Meynung, daß Petrus unter den Aposteln der Ordnung nach der erste gewesen/,-»././. sey, und der bestandige Anwachs der Gemeine.Daher eignet ihr schon Jrenäus den ersten Rangunter den Kirchen zu, und Cyprianus sah sie alsden Mittelpunct der Einheit an, welche unter allenchristlichen Gemeinen statt finden sollte. Die Bischöfehatten zwischen sich und ihren Aeltesten die erste voll-kommene Gleichheit aufgehoben ; es war auch ihreSchuld, daß sie sich mit der Zeit genöthigt sahen,einem aus ihrem Mitteleben so unterwürfig zu werden,als die Aelcesten jeder Gemeine ihrem Bischöfe unter-würfig seyn mußten.
Obgleich das Ansehen der römischen Bischöfe inden drey ersten Jahrhunderten noch eingeschränkt war:so wuchs es doch immer mehr, auch dadurch, daßnicht nur alle rechtgläubigen Gemeinen, sondern selbstdie Irrgläubigen ihre Gemeinschaft suchten. Manfindet davon in dem Leben des Dionysius, einesalexandrinischen Bischofes, einen der stärksten Be->?«t. v/o. weis?. Dionysius, der stets mit den Bischöfen in-Ä/./>-5/-. Rom eine genaue Freundschaft unterhalten hatte,
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