6z4 Geschichte der christlichen Religion.
ben müßte, der von den vornehmsten Bischöfen seinesReiches nicht für rechtgläubig gehalten würde. Dieseswaren nach seiner Meynung die Bischöfe von Rom undMeyland. Man sieht wohl, daß man aus diesem Ur-theile des AurelianuS die Hoheit der römischen Kircheüber andere Kirchen nicht schließen kann, ohne der mey-ländischen Gemeine eben diese Ehre beyzulegen.
Als Novatus in Rom eine Spaltung in der Kir-che, theils durch seine Eitelkeit, theils durch seineMeynungen, angerichtet hatte: so geschah es, daß Mar-cian, ein Bischof von Arles , zu seiner Partey über-trat. Er versagte, wie Novatus, den Gefallenendie Wiederaufnahme in die Kirche. Er wurde seinerWürde entsetzt; aber er wollte nicht weichen, undrechtfertigte seinen Ungehorsam, durch das Vorgeben,daß ihm die Bischöfe von Rom und Carthago ihreGemeinschaft noch nicht versagt hätten. FaustinuSvon Lyon wollte ihm diesen Vorwand seiner Weige-rung nehmen, und schrieb in dieser Absicht nach Rom und Carthago. Cyprianus schrieb deswegen sogleichH^>»vs«. an den römischen Bischof Stephanus, und suchte ihnos. zu der Erklärung zu bewegen, daß er mit dem N?arician keine Kirchengemeinschaft unterhielte. DieGründe, welche Cyprian brauchte, ihn zu dieserErklärung zu vermögen, zeugen von dem Ansehen desrömischen Bischofes, zugleich aber auch von seinerGleichheit mit andern Bischöfen. Uns kömmt es zu,der Kirche mit unserm Rathe beyzustehen. lVirweiden alle eine Heerde, nämlich die Heerde JesuChristi , und rvir sind daher alle zu ihrem Schuheverbunden. Er saget, daß alle Bischöfe, wenn einGlied dieses geistlichen lcibeS denselben zerrisse, zuseini'r Hülfe herbey eilen müßten.