6z6 Geschichte der christlichen Religion.
ligen. Allein, man wußte damals noch nichts vonder oberrichterlichen Gewalt des römischen Bischofes.Denn dieser verlor seine Sache; Sabin blieb beyjsei-ner Würde, und Basilideö abgesetzt. Wenn dieBischöfe von Carthago das Glück der römischen ge-habt hätten, und es fänden sich Ungläubige, die ih-nen ihre Hoheit über die Kirche streitig machen woll-ten : so würde man im fünfzehnten, sechzehnten,siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderte mit dieserBegebenheit triumphiren, und die Oberherrschaft desCyprianus über alle Kirchen der Christenheit darausbeweisen. Und welcher Beweis ist wohl glücklicher,der, welchen man für den Cyprianus führen könnte,oder der, den man aus dieser Begebenheit für dieMonarchie der römischen Bischöfe herleitet?
Man hat die Montanisten für Irrgläubige gehal-^-Mo?,-. teil. Zephyrinus, oder Victor, einer von diesen rö-^ mischen Bischöfen, ist eine Zeitlang dieser Partey er-geben gewesen. Ein TiUemont glaubet, daß es Vi-ctor gewesen sey, und beredet sich so gar; daß ihn sei-ne Uneinigkeiten mit den asiatischen Bischöfen dazuverleitet hatten. So muß man also glauben, daß dieSeelen der römischen Bischöfe nicht allein dein Zorne,einer so fehlerhaften Leidenschaft, sondern auch Grund-irrthümern , die von der Gemeinschaft der Kirche aus-L«?-o». o<5 schließen , unterworfen seyn können. Man muß so«»».zo-. glauben, daß sie ihre Unfehlbarkeit nicht widerdie Abgötterey bewahren könne, wenn man mit demBaronius und andern glauben will, daß Marcellinus,ein römischer Bischof, unter dem Diocletianus denGötzen geräuchert habe. Zum wenigsten rücketen dieDonatisten der römischen Kirche den Abfall des Mar-cellinus auf; Nikolaus, auch ein unfehlbarer römi-scher