644 Betracht, über die Weltgeschichte.
den anfing. Die Macht der Clerisey hielt derMacht, die erden Großen gegeben hatte, dasGleich-gewicht. Ueberdieß hatten sie diese Gemalt nur ersterhalteil; die Empfindungen der Dankbarkeit unter-drückten noch die Bewegungen des Ehrgeizes. Alser seilt Reich mit Dagobert dem ersten theilete, undihm, weil er noch allzu jung war, den Pipinus vonLandi zum Alisseher gab : so hatten alle Bemühun-gen dieses Pipinus , die ihm ertheilete Macht zumBesten der Franken anzuwenden , vielleicht zwar dieAbsicht, sein Haus zu vergrößern, aber noch nichtdie Absicht, die Krone auf dasselbe zu bringen, sondernsie entsprangen vielmehr aus einer wahren Treue ge-gen die königliche Familie und aus der edlen Begierde,sich uin ihre Unterthanen verdienet zu machen. Al-lein , nach dem Clotar herrscheten keine Clotare mehr;denn es kamen Könige zur Regierung, die von derköniglichen Würde nichts als das Geschlecht, denNamen und die Kleidung besitzen wollten, ihre Ma-jestät und Gewalt aber den Oberhofmeistern ganz über-gaben. Sie waren in nichts merkwürdig, als da-durch, daß die Iahrzahlen der Geschichte unter ihre Na-men eingetheilet und geordnet werden konnten.
Clotar begieng den für die Großen seines Reichesund besonders für die Gewalt der Oberhofmeister sovortheilhaften Fehler, daß er den Dagobert noch beyseinem Leben zum Könige machte. Wir wollen diesehohen Beamten der frankischen Monarchie zur Ab-wechslung bald Oberhofmeister , bald Major Do-mus nennen. Pipinus ward Dagoberts Oberhof-meister : wie leicht war es dem großen Geiste eines soalten und erfahrnen Herrn sich in mehr Ansehen zusehen, als ein Kind von einem Könige! Dagobert
folget?