648 Betracht, über die Weltgeschichte-
-und ihn in der Stille nach Jrrland bringen ließ, öf-fentlich aber vorgab, daß er gestorben wäre, damiter nur seinem Sohne, kraft des Versprechens, dasihm Sigibert gegeben hatte, die Krone aufsetzen konn-te. Doch Childebert genoß dieser Ehre nicht lange.Noch hatten die Franken zu viel Ehrfurcht gegen denmerovingischenStamm,von welchem Clodoveus inNeu-sirien regieret«?, als daß sie einem fremden Königehatten gehorchen sollen; weit mehr aber warGrimo-alds Uebermuch Schuld an seinem Falle. Die Au-strasier empöreten sich, führeten ihn nach Paris , undhier wurde er, nachdem er von den Ständen zumTode verdammet worden war, mit seinem Sohne imGefängnisse hingerichtet. Sein allzu früher Mis-brauch einer Würde, welche von allen Großen miteifersüchtigen Augen angesehen wurde, war Ursache,daß sein Geschlecht diese Gewalt auf einige Zeit ent'behren mußte, in deren ununterbrochenem Besihe esgewiß geblieben seyn, und sich also dem Throne nocheher genähert haben würde, wenn er sich in seinemGlücke mehr zu maßigen gewußt hätte.
Als Clodoveus starb, hinterließ er drey Söhne,Clotaren, Childerichen und Theodorichen. VierJahre lang wurde die Regierung allein in ClotarsNamen geführet. Allein, weil die Austrasier eineneigenen König haben wollten: so wurde ihr StaatChilderichen überlassen. Zeither war nur ein MajorDomus gewesen. Wulfoald und Ebroin waren unterden Großen diejenigen, die unter dem Namen einesKöniges unumschränkt herrsche!? wollten. Und die-ses war, allem Ansehen nach, die wahre Ursache, wa»rum die Austrasier einen eigenen König verlangetcn.Also ward an Clotars Hofe Ebroin Oberhofmeister
und