Dritter Abschnitt.
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und in Childcrichs Staaten Wulfoald. Clotar starb.Ebroin war des Herrschens gewohnet; uild weil er ei-ne Würde, die seinen ungemäßigten Ehrgeiz so voll-kommen befriedigte, nicht gern verlieren wollte, sosetzte er den jüngsten Bruder des verstorbenen Köni-ges, Theodorich, auf den Thron. Noch hatte kein p'.S'.^o.Major Domus seine Gewalt so sehr gcmiöbrauchet, c. z.als Ebroin. Recht und Unrecht wurde von ihm um"^"^"-einen gleichen Preis verkauft ; er drückte has Volk,^^und begegnete dem Adel hart; die Größten mußten 5^/^^auch die geringsten Verbrechen mit dem Leben büßen6,7. 'selbst der Zutritt zu ihm war nur für Geschenke feil, »^c?. ^5.da seine Vorfahren sich bey ihrer unumschränkten^"^-Herrschaft unter den Franken bloß durch ihre Will-A^'fahrigkeit und Güte gegen die Großen des Reiches^. ^und durch Gerechtigkeit gegen das Volk erhalten hat-ten. Daher fiel es ihnen endlich zu schwer, sich län-ger von einem Mitunterthanen als Sclaven halten zulassen. Neustrien und Burgund empöretcn sich aufeinmal; und weil Ebroin nicht ohne Theodorichs Fallgestürzet werden konnte: so unterwürfen sie sich Chil-dcrichen, seinem Bruder in Austwsien, oder viel-mehr dem Major Domus dieses Königes. Ebroinmußte seine Zuflucht in die Kirche, die damals ge-wöhnliche Freystact der Missethäter, nehmen, undauch hier würde er ein'Rachopfer der erbitterten Fran-ken geworden seyn, wenn ihn nicht die Bischöfe gcret-t?.tet hätten. Seine Schatze gab man dem Volke preis, O-??/. ////?.und er wurde mit Theodorichen, seinem Könige, in ^ ^-'"»c.ein Kloster verstoßen. So gewiß ist es, daß selbstdie Tugend , die sonst bey den Großen eben nicht in^ 67^'Ausehen ist, zuweilen ganz unentbehrlich wird, eineunrechtmäßige Herrschaft zu unterstützen!
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