652 Betracht, über die Weltgeschichte.
an einem Godoin, den er als seinen Sohn hatteerziehen lassen, einen heimlichen Feind. Dieser ehr-süchtige Jüngling ermordete seinen Wohlthäter, inder Hoffnung, eben das zu werden. Allein AngesilsSohn, Pipin , verfolgte den Mörder und opferte ihnseiner kindlichen Rache auf. Seine Verdienste mach-ten ihn zum Nachfolger seines Vaters. Nunmehrwar Pipins von jandin Familie nicht weit mehr vomfrankischen Throne entfernt, da seiner Tochter Sohn,Pipin von Heristall, schon Herzog von Austrasien war.Grimoalds allzuungemäßigte Herrschsucht hatte denWeg verlängert, oder vielmehr sein Haus ganz vondemselben abgebracht; dieTyranney anderer Oberhof-meister brachte sie wieder auf denselben zurück. ImAnfange theilte Pipinus die Herrschaft über Austrasien mit dem Herzoge, Martin, seinem Vetter. Nachdemaber dieser durch die Treulosigkeit einiger Bischöfe vonEbroins Partey umgebracht worden war, herrscheceer allein. Ebroin , Neustriens Oberhofmeister, suchteihn zwar seiner Herrschaft zu berauben, unter demVorwande, daß sein König, vermöge der Erbfolgedie Austrasier beherrschen sollte; er gewann auch einTreffen wider ihn: allein, theils seine eigne Nachläs-sigkeit, theils seine Ermordung befestigten den Pipi-nus in dem Besitze seiner Macht.
Die Neustrier seufzeten theils unter dem Ehrgeize,theils unter dem Uebermuthe ihrer Major Domus,welche, weil sie die Großen des Reiches schonen muß-ten, die Clerisey druckten. Pipin war so fromm,oder vielmehr so sehr ein Staatsmann , daß er sichder Bischöfe und eben dadurch seiner selbst annahm.Dieses war der Vorwand, unter welchem er in Neu-/l»»^/. strien einfiel. Er war glücklich, und die Frucht sei-
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