Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
655
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Dritter Abschnitt, 655

Wohlthaten so sehr, daß sie sichs gefallen ließen,diesen Theudoald für ihren Major DomuS zu erken- O,->.'?/»«ak.neu, der, ob er gleich nur ein Kind war, dennochder Vormund eines minderjährigen Königes, unterc.der Aufsicht seiner Großmutter Plcctrudis seyn sollte.Dieses hieß, wie Momesquiou sich ausdrücket,/l/o»^.Schatten über Schatten sehen ; es bewies aber auch /'^//»die unumschränkte Macht, welche Pipinus auf seineFamilie zu bringen gewußt hatte. ^' ^'

Nunmehr wurden die Franken von einem Weibeund zwey Kindern regieret. Eine solche Herrschaftkonnte nicht lange bestehen ; denn sie waren bloß derMannerherrschaft gewohnt, und auch unter ihnenhatte das schöne Geschlecht niemals anders, als unterdem Namen der Mäimer geherrschet. Sie empöretmsich also, und nach Dagoberts Tode machten sie einenPrinzen vom Geblüte, der sich zeither in einem Klo-ster aufgehalten hatte und Daniel hieß, unter demNamen Chilperichs, des zweyten, zum Könige.Theudoaldö und seiner Großmutter austrasische Par- An. 715.tey ward von den Neustrien geschlagen, und Carl,PipinS natürlicher Sohn, nachdem er unter diesenUnruhen aus seinem ihm von seiner Stiefmutter an-gewiesenen Gefängnisse entflohen war, von den Austra-stern mit einem allgemeinen Frohlocken zum Herzogsangenommen. Ein anderer, als er, würde sich zuseiner Größe nicht emporgeschwungen haben; denn erhatte ganz Neustrien, und in Austrasien die Plcctru-dis wider sich, welche alle Schätze seines Vaters,Pipinus, in ihrer Gewalt hatte. Allein, er war sosehr ein Staatsmann, als er ein Held war. Seine M. 717.Gegenwart des Geistes, seine kriegerische Verschla-genheit, seine Mäßigung nach erfochtenen Siegen,

und