Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
657
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Dritter Abschnitt. 657

Vorfahren, die Könige, wie auch der Adel und dasVolk hatten das Geheimniß erfunden, der Cleriseyalle ihre Güter zu geben. Weil Carl den Adel beloh-nen mußte : so erfand er das Geheimniß, der Kirchealles wieder zu nehmen. Er schlug ihre Güter zum t^o«.königlichen Fiscus, und besetzte die Bisthümer und^«^^./.Abtcyen mit seinen Feldherren und Hauptleucen. Erkonnte sich zum glücklichen Ausgange dieses Unterneh-mens in keinen vortheilhaftern Umständen befinden.Er wurde von den Soldaten gefürchtet und geliebt,und arbeitete für sie. Der Krieg wider die Sarace-nen gab ihm einen rechtmäßigen Vorwand, sich derReichthümer der Kirche zu bemächtigen. Von desrömischen Bischofs Seiten hatte er nichts zu befürchten.Dieser wollte sich in Italien ununterwürfig machen, An. 74s.und weder den Griechen noch den Lombarden gehor-chen. Also übersah er alles, was Carl wider dieClerisey seines Landes unternahm. Er sandte ihm so-gar einmal die Schlüssel zu dem vorgegebenen Grabedes Apostels Petrus und seine Marlyrerketten, undboth ihm die Oberherrschaft Italiens an, die er nichtzu vergeben hatte. Noch zur Zeit machten zwar beyCarln diese Schlüssel, die bey dem Anscheine sichererVortheile diesen Sohn der heiligen Kirche zur brünsti-gen Andacht entflammet und alles über ihn vermochthaben würden, wenig Eindruck; denn da die Lombar-den noch zu mächtig waren, und seine Macht unterden Franken mehr befestiget werdeil mußte, so schmei-chelte er und versprach dem römischen Bischöfe mehr, /4m,.als er that, oder gethan haben würde, wenn er einige s</«-7^.Jahre länger gelebt hätte.

Die Clerisey hatte also keine Ursache, sehr mitihm zufrieden zu seyn; es scheint auch aus einigenU. Theil. T t Urkun-