Dritter Abschnitt. 659
Martell wegen der Freundschaft des römischen Bi-schofes gegen ihn, der Lobsprüche dieses Apostels ge-wiß seyn. Und ein Lob von einem Heidenbekeh«'er,der, seine Absichten mochten auch beschaffen seyn, wiesie wollten, siN) allezeit großen Gefahren ausfeßcce,mußte nothwendig bey dem Volke mehr Eindruck ma-chen, als das Lob seiner Bischöfe, von welchen dieGeschichte erzählet, daß sie unrein in ihrer Auffüh-rung, und gewaltsam in ihren Unternehmungen gewe- ^sen wären. ' ' ^' ^
So waren die Mittel beschaffen, welche Carl ge-brauchte, die Macht seines Hauses theils zu befesti-gen, theils zu vergrößern. Seine Verdienste und sei-ne Fehler hatten einen Einfluß darein. Wie großseine Gewalt war, erhellet daraus, daß er es nachTheodorichs Absterben nicht für nöthig erachtete, denerledigten Thron mit einem andern Könige zu besetzen. "Vielleicht war bloß sein Tod Ursache, daß er ihn nicht ^'selbst bestieg, und den Namen eines Königes annahm,dessen Gewalt er schon hatte. Kurz vor seinem Todetheilte er das fränkische Reich mit der Einwilligungseiner Stande unter seine drey Söhne, Carlomannen,Pipinen, und Grifo. Doch der letzte erhielt nach demAbsterben seines Vaters nichts ; eine Ungerechtigkeit,welche verschiedene Unruhen unter den Franken erreg-te. Carlomann und Pipin rcgiereten über die Frankeneine Zeitlang gemeinschaftlich ; der erste über Austra-sien; dieser über Neustrien und Burgund . Carlo-mann suchte die Clerisey zu bessern, und die Bayern und andere Völker zu demüthigen, Pipin aber suchtesich den Weg zum Throne zu bähnen.
Zu einem solchen Unternehmen besaß er alle nöthi-ge Eigenschaften. Er hatte das Geheimniß, Muth,
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