Dritter Abschnitt» 66l
dazu keine Macht; Pipin liebte alle, und ward vonallen geliebt; denn er hatte die Gewalt, sich alle Men-schen, auf seines Königes Unkosten zu verbinden. Alsotvurde er gelobt, und des Thrones würdig geschähet,jener aber verachtet. Dennoch blieb die den Frankenehrwürdige Religion und ihre natürliche Ehrfurcht ge-gen ihre Könige, welche, so schwach sie auch war, den-noch durch die Erinnerung an den, großen Clodowichnoch immer unterhalten wurde, cm Hinderniß, daSnoch überwunden werden mußte.
Man wird ohne Mühe glauben, daß bey einemFürsten , der seinen rechtmäßigeil König vom Thronezu stoßen denkt, die Ehrfurcht gegen die Religion zumwenigsten um die Zeit eines solchen Vorhabens nichtgroß seyn müsse. Er wird sie vielmehr zur glücklichenAusführung seiner Unternehmungen zu miöbrancheuwissen. Dieses that PipinuS. Die Cleriscy hatteunter seinem Vater alle ihre Reichthümer verloren.Die kleinste Erleichterung, die er ihr verschaffte, er-hob ihn in den Himmel. So bald er verordnet hatte,daß ihr die Zehnren von denen Gütern, die ihr genom-men worden waren,, gegeben, die Güter selbst auchnur birrweise und wiedcrrustich von dem Adel besessenwerden sollten ; s) bald war er ein Liebling der Heili-gen, und allein würdig zu regieren. Bonifacius hattesich endlich nach langen Bemühungen in Deutschland unter den Bischöfen zwar nicht, aber doch unter deinVolke in eii, großes Ansehen gesetzt. PipinuS gewannihn durch das Erzbisrhum, Maynz. Der römische Bi-schof, welcher sich ohne den Schuh der Franken, der Ge-walt der griechischen Kaiser, die zu schwach waren, Ita-lien gegen die Lombarden zu behaupten, und mit ihrenMönchen Kriege führen mußten, nicht entziehen und
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