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662 Betracht, über die Weltgeschichte.
allein sich wider die Anfälle seiner furchtbaren Nachbarnnicht behaupten konnte, unterstützte Pipins Unterneh-men, und kraft der apostolischen Gewalt, die er zubesitzen glauben mußte, Irrthümer in Wahrheiten,und Verbrechen in Tugenden zu verwandeln, erkläret?er dasselbe für gerecht, und hielt es für billig, denrechtmäßigen kaum noch mündigen König seines va-terlichen Thrones zu berauben. Nachdem alle Ma-schinen im Stande waren, zu spielen : so wurden dieStände des Königreichs berufen ; die große Verän-derung des Reiches wurde vorgeschlagen, und weilAn. 757. sie schon lange da gewesen war, angenommen. Chil-derich, der freylich kein Kriegesheld war, denn erwar erst achtzehn Jahre alt, sah sich abgesetzt und inein Kloster verwiesen; PipinuS aber wurde König.Die größte Empörung geschah in der größten Ordnungund Stille. Kein Franke bekümmerte sich darum,wo die Nachkommen der Könige, von denen sie solange beherrschet worden waren, hinkamen. DamitPipins Thron von keinem Eifersüchtigen erschüttertwerden möchte: so mußte der neue König ein MoseSund David , der abgesetzte Childerich aber ein Saulseyn, dieser verworfen und jener gcfalbet werden.Denn man mußte die Ähnlichkeit für die Frankensinnlich machen, wenn sie von Eindruck seyn sollte.7?^».////?. Ein Vasnage leugnet mit andern Gelehrten,/. der römische Bischof, Zacharias, zu Childe--ov.-0/. Absetzung etwas beygetragen habe. Er hat
seinen Gründen mehr Stärke gegeben, als Csinre,der eben das leugnet. Doch die Gcgengründe sindstärker. Pipins Unternehmen war so ungerecht, alsdes römischen Bischofes Ausspruch. Man darf sichnicht darüber wundern. Rom hat von seinem ersten
Ursprun-