Dritter Abschnitt. 66z
Ursprünge an, unter dem Scheine der größten Gerech-tigkeit, allezeit Ungerechtigkeiten ausgeübt, weil es alle-zeit eigennützig gewesen ist.
Durch Pipins Erhebung zum Throne wurde derGrund zu einer neuen Verfassung des deutschen Rei-ches gelegt. Er war ein allzugroßer Fürst, als daßer eine unrechtmäßig erlangte Gewalt nicht rechtmäßigund zum besten seiner neueil Unterthanen hätte gebrau-chen sollen. Er suchte sie gesitteter zu machen; erstellte das verfallene Ansehen der Geseße her, undvornehmlich suchte er sie zu überführen, daß er tapfererwäre, als sie. In dieser Absicht ließ er einmal wilde ^Kmckc5.Thiere mit einander kämpfen. Als nun ein Löwe ei-nen wilden Ochsen niedergerissen hatte: so befahl er, ^^'^daß man dein Löwen seinen Raub abjagen sollte.Niemand wagte sich, diesem Befehle zu gehorchen.So gleich sprang der König selbst hinzu, erlegte denLöwen, und fragte so gleich die Umstehenden : Ob erwerth wäre, ihr Herr zu seyn ? Eine so verwegeneHandlung erwarb ihm das Erstaunen und den Gehor-sam seiner kriegerischeil Nation.
Indessen war der römische Bischof Zacharias ge-storben, und Stephanus wurde an seine Stelle er-wählet. Astolph, der König der Lombarden, hattedie Griechen aus dem Exarchate vertrieben, und woll-te sich nunmehr auch der Stadt Rom bemächtigen.Der römische Bischof wünschte und erhielt von denGriechen keine Hülfe. Es scheint zwar, als wenn cSihm hätte gleichgültig seyn können, ob er den Griechenoder den Lombarden gehorchte, da sie kvyde einenGlauben mit ihm hatten. Man irret sich aber; denndie röinischcn Bischöfe hatten so viel just, über Rom !u herrschen, als Astolph. In seiner größten Be-
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