668 Betracht, über die Weltgeschichte.
heiligsten Bewegungsgründe der Religion werden füreine Staatsangelegenheit angewendet.
Dieses Schreiben ist auch darum wichtig , weil esuns die Veranlassungen kennen lehret, welche die Fran-ken hatten , sich in Italien festzusetzen, da sie dochvon den Lombarden noch nicht beleidiget worden wa-ren. Pipinus konnte seine Unternehmungen auf die-sen Theil des Dccidentcs auf keine Weise rechtfertigen.Allein, wer kann dem Apostel Petrus ungehorsam seyn ?<4». 755- Er gieng also mit aller seiner Macht nach Italien .Die Abgesandten des griechischen Kaisers bathen ihnUmsonst, daß er demselben Ravenna und die übrigenStädte des Exarchats wieder abtreten möchte. Erwollte aber denen Rom nicht zurück geben, die esnicht hatten erhalten wollen, und die Schenkung vonQuiercy nicht wiederrufen. Er betheurete ihnen miteinem Eide , daß er um keines Menschen willen, son-dern bloß aus Liebe gegen den heiligen Petrus, undwegen der Vergebung seiner Sünden, sich so vielenSchlachten ausgesetzet hatte, und sich durch alle Schä-tze nicht überreden lassen würde, dem heiligen Petrus das wieder zu nehmen, was er ihm einmal geschenktthätte. Pipin dachte daran nicht, ob er ein Rechtgehabt hätte, das wegzuschenken, was ihm niemalszugehöret hatte. Das hieß in dcr That des griechi-schen Kaisers und der Religion zugleich spotten.
Der König der Lombarden wurde gezwungen , denVertrag des vorigen Jahres zu erfüllen, und die er-oberten Städte wieder abzutreten. Pipin wicderhole-S^rreGe- te seine Schenkung an die römische Kirche, deren Fol-fchichtev. beweisen, daß er den römischen Bischöfen zwar!> 6? ^ Nutzungen und Einkünfte der geschenkten Stadre' verliehen, sich aber und seinen Nachfolgern das Recht
der