Dritter Abschnitt.
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der Oberherrschaft darüber vorbehalten hatte. SeineFrömmigkeit war eigennützig. Er erwarb sich durchdieselbe Rechte auf Italien , die er zu behaupten undzu erweitern stets Gelegenheit hatte, weil die Lombar-den einen Vertrag beständig zu brechen sucheten, zudem sie durch die Waffen gezwungen worden waren.Vielleicht hatte sich pipin noch zum Beherrscher dcs^». ?a?.ganzm Occidentes gemacht, wenn ihn nicht Unruhenin Sachsen, Bayern und Aquitanien , und endlichsein Tod daran gehindert hatten.
Diese Ehre war Carln, seinem Sohne, der inder Folge, sowohl seiner Eigenschaften als seiner Machtwegen, der Große genannt wurde, vorbehalten. Ermußte im Anfange die fränkischen Staaten mit seinemBruder, Carlomann, theilen. Seine Vermählungmit einer lombardischen Prinzeßinn schien den Wegzur Herrschaft über alle Abendländer zu verlängern.Stephanus der dritte, der römische Bischof, wieder-Q>t/.Q?,'o/.rieth eine Verbindung, die seinen Vortheilen so ent-^>45-gegen war, mit aller Beredsamkeit des Eigennutzes,der die Sprache der Religion redet. Er stellete ihmvor , daß die Franken sich mit keiner fremden Nationverbinden dürften; daß Carl sich nicht mit einer s»treulosen und stinkenden Nation, als die lombardi--sche wäre, welche nicht unter andere Völker gehörete,und von welcher der Aussatz herkäme, beflecken müß-te , weil das Lichr keine Gemeinschaft mir derFinsterniß und der Gläubige keinen Theil anden Ungläubigen haben sollte; daß die fränkischenKönige dem heiligen Petrus versprochen hatten.Freunde seiner Freunde und Feinde seiner Fein-de ;u seyn; daß er diese Ermahnung von dem Gra-be des heiligen Petrus an ihn schickte; daß er Carln