Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
676
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676 Betracht, über die Weltgeschichte.

Bünaus Earl besaß alles, was einem Monarchen AnsehenReichst), und Ehrfurcht erwecken kann. Die Natur harte ihm2 TH. Ü21. auch im Aeußer'ichen nichts versaget, was bey Unter-thauen einen vortheilhaften Eindruck für ihren Fürstenmachen kann- Er war vom Leibe stark und breit, undvon einer Höhe, die ansehnlich, ob gleich nicht aus-serordentlich groß war. Er hatte feurige Augen undein« lange Nase. Die Gelehrten haben über seinenBart bey nahe so viel, als über seinen Charakter, ge-schrieben. Reuten, Jagen und Schwimmen warenKünste, an denen eine so kriegerische Nation, als diefrankische war, den größten Geschmack fsnd. Erübertraf in diesen Leibesübungen alle seine Franken.So prachtig auch sein Hof war: so herrschte doch inseiner Kleidung eine königliche Einfalt, außer an Ce-remonientagen , wo sich die Majestät des Staates anseinem Oberhaupte zeigen muß. Besonders empfahlersieh seinen Unterthanen durch seine Liebe gegen ih-re einheimische Tracht. Er bedienetesich der römi-schen Kleidung zu Rom nur zweymal und nur einigeStunden, und zwar auf der Päbste inständiges An-halten.

Er war von seiner ersten Jugend an ein Held.Seine Waffen waren allezeit glücklich, und, wasnoch merkwürdiger ist, der Sieg begleitete so gar sei-ne Feldherren. Kein Prinz wußte den Gefahren bes-ser zu trotzen ; kein Prinz wußte sie weiser zu vermei-den. Er überwand alle Unfälle, besonders diejeni-gen, welche bald alle große Eroberer erfahren, näni-lich die Verschwörungen, und zwar ohne Mühe.Seine Anschläge waren weitläuftig, und die Ausfüh-rung derselben ungekünstelt. Er führcte die größtenUnternehmungen mit einer bewundernswürdigen Leich-

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