Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
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Dritter Abschnitt.

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tigkeit und die schwersten mit einer erstaunlichen Ge-schwindigkeit aus. Unter ihm entsponnen sich von al-len Seiten her Unruhen über Unruhen, und dochmachte er auf allen Seiten den Unruhen ein Ende.

Er setzte der Gewalt des Adels Gränzen, welchersich nach dem Beyspiele ihrer Vorfahren durch die Un-terdrückung der Clerisey immer mehr zu vergrößernsuchte. Er brauchte ihn zu einer Unternehmung nachVerändern, und ließ ihm keine Zeit, Anschläge zu fas-sen ; dadurch zwang er ihn, nur mit der Ausführungder seinigen beschäftiget zu seyn. Weil sein Reich >veit-läuftig war: so hatte er zu befürchten, daß diejenigen,welche er in die äußersten Gegenden setzte, Neigungzum Aufruhre bekommen möchten. Er hoffte daher,bey den Geistlichen mehr Treue und Eifer zu finden.Darnm richtete er in Deutschland eine große AnzahlBischofrhümer auf, und vereinigte sehr wichtige Lehendamit. Die Bischöfe waren in diesen Bisthümern ^o«/^-/>/-nicht allein Lehrer, sondern auch Herren und Richter; ^'denn sie erhielten alle Vorzüge und Rechte, welche in^ ^'/^'den damaligen Zeiten mit den Lehngütern verknüpfet^ 'waren. Dergleichen Vasallen hatte er besonders sehrviele in Sachsen. Er durfte nicht befürchten, daßsie diese Völker, die so unversöhnliche Feinde des ,Christenthums waren, zu Rebellionen wider ihn ver-führen würden; denn sie hatten feines Schutzes allzunöthig, sich wider sie zu erhalten. Außer dieser Treue,,die er sich von ihnen versprechen durfte, konnte erauch mit Recht hoffen, daß sie durch ihren Unterricht ^so wilde Völker nach und nach gelehriger und gesitte-ter machen würden.

Wenn er sich bestandig in sein geliebtes Aachen ein-geschlossen hatte: so würde sein Thron unter so ver-

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