Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
678
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678 Betracht, über die Wettgeschichte.

schiedenen und so unruhigen Völkern von Verschwörun-gen und Rebellionen wo nicht umgestürzet, doch ge-wiß sehr erschüttert worden seyn. Allein, wenn esauch rebellische Vasallen gab: so durften sie doch ihreNeigung zum Aufruhre selten zum Ausbruche kommenlassen; denn sie hatten sich stets vor seiner Gegenwartzu fürchten. Sein Hof hatte keinen beständigen Sitz;er war überall ftlbsi zugegen, und machte selbst die nö-thigen Anstalten, wo ein Theil dieses ungeheurenStaatökörpers seinen Fall drohete.

Die Dänen waren unter Carln fürchterlich zur See.Sie plünderten die Schiffe und verheereten fast alleeuropäische Küsten. Seine' Küsten litten ungemeinviel von ihren Räubereyen. Es verdroß ihn, daßer auf dem Meere nicht eben so gefürchtet wurde, alszu Lande. Er entschloß sich daher, sich zum Herrnüber die See zu machen. Der Vorsah wahr kühn,weil die Seemacht der Normannen so furchtbar war.Allein, bey Carln war Entschluß und Ausführungeinerley. Sein Muth und sein Verstand überwand. alle Hindernisse. Man wußte damals nichts von derKunst große Schiffe zu bauen. Er erfand das Mit-tel , eine große Anzahl Schiffe von fünf bis sechs Rei-I-799- I- he" Rudern bauen zu lassen. Er selbst unterrichtetedie Matrosen, wie sie durch Hebel die Schiffe in dieSee bringen, wie sie auf den Strand laufen, wie sieangreifen, und wie sie sich vertheidigen sollten, under hatte sehr bald eine Flotte von vierhundert Galeeren. ausgerüstet. Er hätte sich vielleicht ganz Norden un-terwürfig gemacht, wenn ihn nicht die Einfälle derSaracenen und neue Unruhen in Italien daran ver-hindert hätten.

Er