Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
680
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6go Betracht, über die Weltgeschichte.

gen ist, als wenn sie solches seiner Güte zu dankenI- 797- A haben. Daher theilete er mit der erhabensten Frey-gebigkeit die unermeßlichen Schätze unter sie aus, dieer in Italien , und sein Sohn, Pipin, in dem Lagerder überwundenen Hunnen erbeutet hatte. Vielleichthatte er dabey die Absicht, den allzukricgerischen Geistder Deutschen durch die Annehmlichkeiten des Ueber-siusses zahmer zu machen. Es ist wahr, er verschic-ke diese Absicht. Mit dem Golde Pannoniens breite-ten sich auch die Liebe zur Verschwendung und dieWollüste unter die Stände des Reiches aus. DieArmuth, die so große Kriegesleute gemacht hatte,gericth in Verachtung. Doch alle diese Uebel, dieallezeit unzertrennliche Gefährten des Ucberflusseö sind,konnten sich unter dem nicht weit ausbreiten , der siedurch weise Gesetze und durch sein eigenes Beyspiel inihrem Ausbruche zurück hielt. Nur unter schwachenRegenten gereichte das, was ein Land unter einer wei-sen Regierung glücklich machet und verschönert, derfränkischen Monarchie zum Untergange, lind die Deut-schen , diese vor dein unüberwindlichen Krieger, erla-gen unter ihrer eigenen Größe nur unter einem Lud-wig , und seinen Nachkommen.

Carl war so ökonomisch, als er freygebig war.Ein Hausvater könnte in seinen Gesetzen die Künstelernen, wie eine Familie regieret werden muß. Mansieht in denselben die reinen und geheiligten Quellen,aus welchen er seine Reichthümer schöpfete. SeineSorgfalt, womit er die Oekonomie feiner Kammer-güter einzurichten befahl, ist unglaublich, wenn mannicht seine Capitulare gelesen hat. Seiner Aufmerk-samkeit cntgieng auch nicht die geringste Kleinigkeit.5o»/ 6-?- Sollten diejenigen, welche nur die heutigen Höfe ken-

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