Dritter Abschnitt. 68l
nen, sich wohl einbilden, daß ein Kaiser, der vom Abaltischen Meere bis an die Pyrenäen herrschet«:, und ^bey nahe mit immerwahrenden Kriegen bcschafftigetwar, sich selbst um sein Forstwesen, um den Zustandseiner Krongüter, um ihre Verwaltung, um ihreViehzucht , Bienenzucht, Fischerey und Gärtnerei),um das Ackergerathe, und alles , was nur zur Land-wirthschaft gerechnet werden kann, bekümmert, unddeswegen die genauesten und umständlichsten Verord-nung^ gegeben habe? Er benannte so gar die Artenvon Blumen und Gewächsen, die in seinen Gartengezeuget werden sollten. Carl der Große; wer solltees glauben? kannte Raute, Salbey, Rosmarin undandere solche Kräuter. Er befahl, daß man die über-flüßigen Fische und Eyer von seinen Meyereyen, und»aus seinen Gärten alle unnütze Krauter verkaufen undihm die Rechnungen davon vorlegen sollte. Manwird vielleicht meynen, daß er von der Kunst derHaushaltung mehr verstanden habe, als einem Kai-ser davon zu wissen anständig gewesen sey. Man mußsich aber erinnern, daß eben der Kaiser, der mit sei-nen Kammcrgütcrn so sorgfältig wirthschaftete, dieReichthümer der Lombarden und die Schätze der Hun-nen , die den Erdkreis allsgeplündert hatten, unterseine Franken austheilen ließ.
Er war ein großer Gesetzgeber. Er machte dievortrefflichsten Anordnungen ; er that noch mehr; erließ sie auch beobachten. Die Könige, seine Söhne,waren seine obersten Unterthanen , Werkzeuge seinerMacht, und Beyspiele des Gehorsames. Man fin-det in seinen Gesetzen einen Geist der Vorsicht, diealles begreift, und eine Stärke, welche die Gemü-ther fortreißt. Er beugete den Ausflüchten vor, wel-
Uu 5 che