682 Betracht, über die Weltgeschichte.
che die Menschen erfinden, der Beobachtung ihrerPflichten auszuweichen; die, Nachläßigkciten wurdenverbessert ; die Misbräuche abgestellet, oder von fernschon verhindert und in ihrer Geburt ersticket. Carlwußte die Uebertreter der Gesetze zu bestrafen; er wuß.te noch mehr, er wußte zur rechten Zeit zu verzeihen.Er brachte es endlich auch so weit, daß er die barba-rischen Völker seines Reiches, die vor ihm kein ande-res Glück kannten, als eine wilde Freyheit, unterdas Joch der Vernunft, der Religion und der Gese-tze beugete. Die Verschiedenheit der Rechte undGebrauche in seinen Landern, war eine geheime ver-derbliche Krankheit seiner Monarchie. Er begriff dieVerwirrungen, welche durch die Widersprüche derrömischen, allemannischen, salischen, ripuarischen,bayrischen, sächsischen und longobardischen Gesetze ent-/« stunden. Er entschloß sich also, ein allgemeines Ge-v,',.«^,-.^. setzbuch für alle seine Völker zu entwerfen. Er woll-te aus den schon angenommenen Gesetzen das Besteherausziehen, das Fehlerhafte darinnen verbessern, ih-re Mängel ergänzen und die Widersprüche heben. Erließ in dieser Absicht so wohl die geschriebenen als un-geschriebenen Gesetze sammlen und abschreiben. Zubedauern war es, daß er ein so großes Vorhabennicht zu Stande bringen konnte. Glücklich wäre diefränkische Monarchie gewesen, wenn sie ein solches all-gemeines Gesetzbuch erhalten hätte! Ihre verschiede-ne!, Glieder wären fester und enger mit einander ver-bunden worden. Allein, ob gleich Carl dieses Unter-nchmen aus Ursachen, welche Eginhard nicht bemer-ket hat, nicht ausführen konnte, so gab er dennochvon Z?it zu Zeit die heilsamsten Gesetze, deren Weis-heit vornehmlich aus der elenden Beschaffenheit der
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