Dritter Abschnitt. 68z
damaligen Zeiten beurtheilet werden muß. DieserMonarch war so unermüdet mit der Verbesserung sei-nes Reiches beschäfftiget , daß allezeit unter seinemHauptküssen eine Schreibetafel liegen mußte, zu demEndzwecke, daß er das Nützliche, welches ihm etwades Nachts in schlaflosen Stunden einfiel, so gleichdarein aufzeichnen konnte. Alles überlegete er mitden Verständigsten von seinen Rathen, wie AlexanderSeverus . Er entwarf selbst die Gesetze; sie wurdenhernach den geistlichen und weltlichen Standen seinesReiches zur Untersuchung vorgeleget, und mit ihrerallgemeinen Einwilligung bekannt gemacht. Die5^.5»/>-l.Verbesserung der Unordnungen unter dcr Clerisey, war ^"^5-einer von den Hauptendzwecken seiner Gesetze. Aus' ^ ^'ser den allgemeinen Verordnungen, die alle seine Un-terthanen angiengen, machte er viele Verbesserungenund wichtige Zusätze zu den salischen, ripuarischen,sächsischen und longobardifthen NeclMn. Carl hatteH rzoge und Grafen. Jene waren bestimmet, dieHeere zu führen, da indessen diese die Gerechtigkeit inden Provinzen handhaben sollten. Damit man sichvon ihrem Urtheile auf den Richterstuhl des Ober-Herrn berufen könnte: so richtete er an seinem Hofeviele Richterstühle auf, vor denen solche Urtheile ent-weder bestätiget oder zernichtet wurden. Diese hö-hern Richter wurden Pfalzgrafen genannt, weil sieBedienten des kaiserlichen Pallastes waren.
Carl hatte große Feldherren; er hatte verstandigeund weise Räthe: allein, was mehr zu bewundernwar, er hatte keinen Liebling. Er herrschcte allein.Eine einzige von seinen Gemahlinnen, Faustrade,galt allzuviel bey ihm. Theodulf, ein Bischof vonOrleans, rühmete zwar ihre Frömmigkeit. Doch