684 Betracht, über die Weltgeschichte.
dieses geschah in einer Grabschrift, und der Lobrednerwar ein Dichter. Sie war stolz und grausam. SieVerleitete ihren Gemahl, ein einzigmal, ihren Charak-ter, der ihm so unnatürlich war, gegen einige Großeseines Reiches anzunehmen. Dieses hätte auch zuseinem Unglücke gereichen können. Denn es entspannsich darüber eine geheime und gefährliche Empörung,die selbst wider sein Lebeil abgezielet war, kurz vorihrem AuSbruche aber entdecket und zernichtet wurde.
Seine Frömmigkeit war erleuchteter, als man siein solchen abergläubischen und finstern Zeiten von ei-nem Kaiser erwarten konnte, der seine ganze Regie-rung hindurch in immerwährende Kriege eingeflochtenwar. Er vcrlangete von den Geistlichen seines Rei-ches , daß sie ihre Untergebenen auf eine vernünftigeArt in der Religion unterrichten sollten. Er schriebentweder selbst oder ließ in seinem Namen wider dieabgöttische Verehrung der Bilder schreiben. Er ver-ordnete durch ein besonderes Capitulare, daß manzum Abschreiben der heiligen Schrift nur verständigeMänner von einem reifen Alter nehmen sollte. Erließ das alte und neue Testament mit großer Sorgfaltdurchsehen und verbessern. Er schrieb an seine Bi-schöfe lind Aebte, und ermahnete sie, daß sie sich auchauf die Erlernung der weltlichen Wissenschaften legensollten. Es ist, sagte er, vortheilhafter, das Gu-te zu thun, als das Gute zu erkennen: aberman muß es doch vorher erkennen , ehe manes thut. Dem Gottesdienste wohnete er eifrig bey;er versaumete so gar die damals gewöhnlichen Nacht-andachten nicht. Es ist wahr, daß die Mittel, dieerbrauchte, das Christenthum unter den überwunde-nen" Sachsen auszubreiten, dem Geiste unserer heili-gen