Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
686
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686 Betracht, über die Weltgeschichte.

Wissenschaften. Nur war er zu beklagen, daß es derVorsehung gefiel, unter seiner Regierung keine grös-sern Geister zu erwecken, als einen Alcuin, Petervon Pisa , Theodulf und andere solche Männer. Erkonnte mit allem Rechte wegen dieses Mangels fähi-ger Geister ausrufen : wenn ich nur ein Duyendhätte, die so gelehrt waren, als Augustinusund Hieronymus ! Penn er würde mehr mit ihnenausgeführet haben, als August mit allen seinen Hora-zen und Virgilen, oder Ludwig der vicrzeheme mitseinen Akademien. Man kann solches aus der Ant-wort schließen, welche Alcuin dem Kaiser mit einigerEntrüstung auf diesen so bescheidenen Wunsch gab:wie, Herr, der Schöpfer des Himmels undder Erde, hat nur zween so verdienstvolleMänner gehabt und sie wollten deren ein Du-tzend habend Dem ungeachtet entstunden sehr baldan seinem Hofe zwo Akademien. In einer wurdenJunge von Adel unterrichtet, denen er nach dem Fort-gange, den sie iu den Wissenschafren hatten, Beloh-nungen ertheilete. Die andere bestund aus Gelehr-ten, welche sich in seinem Pallaste versammleten, umsich daselbst von der Gelehrsamkeit und den Künstenzu unterreden. So weitläuftig auch seine Geschäfftewaren, so fand er doch stets die nöthige Zeit, ihrenVersammlungen beyzuwohnen. Die Mitglieder die-ser erlauchten Gesellschaft, hatten ihre besonderen Na-men angenommen. Carl ließ sich David nennen,Alcuin hieß Flaccus Albinus , der Erzbischof vonMaynz, führete den Namen Damöms, und der Erz-bischof von Trier , nannte sich Macerius. Vala hießArsenes, Adelhard, der Abt zu Corbey, Augustin,und Angilbcrt, ein junger Herr, der am Hofe erzo-gen