Dritter Abschnitt. 69z
dem Aberglauben selbst angegriffen wurde? Wie sehrwurde die monarchische Gewalt nicht durch daF Ge-fängniß und die öffentlichen Bußen dieses Kaisers er-schüttert ! Man wollte den König absehen, und setztedie königliche Gewalt ab.
Ludwig war mit der Macht und den Gütern derKrone nicht allein gegen die Clcrisey, sondern auch ge-gen seine andern Vasallen verschwenderisch. Er gabauch diesen viele Lehngüter zum ewigen Eigenthums.Er war so freygebig, sagen die Jahrbücher von Metz/1»^/.^von ihm, daß er die königlichen Güter, welche seinem?-«/Vater, seinem Großvater und Urgroßvater gehörethatten, seinen Vasallen zum beständigen Eigenthume^-^^^übergab und durch Unterschrift und Siegel von der/,.Krone veräußerte. Je mehr er solche Krongüter erb-lich machte, desto weniger Belohnungen hatten dieje-nigen zu erwarten, die ihm in der Hoffnung, einträg-liche Grafschaften, so lange sie lebeten, zu erhalten,treu geblieben seyn würden. Es ist unglaublich, wiesehr dergleichen Schenkungen die Gewalt des Monar-chen schwächeten. Man darf nur wissen, was fürRechte er bey dergleichen Wohlthaten vcrlohr : wir ö-,/««. i«befehlen, hieß es, in den Schcnkungöbriefen an die^^-Geistlichen, daß kein Richter, oder ein anderer, derdie richterliche Gewalt besitzt, sich unterstehe, in denStädten, Flecken oder andern Gütern dieser Kirche,oder dieses Klosters Rechtssachen abzuthun, oder Fre-da einzutreiben. Alles, was linser Fiscus für Ein-künfte von diesen Gütern zu gewarten hatte, soll ge-dachten Klöstern geschenket und überlassen seyn. Ebenso verhielt es sich mit denKrongütcrn, welche an welt-liche Vasallen auf immer verschenket wurden. Dabey der fränkischen Reichsvcrfassung der König, derAdel und die Clerisey, die Macht des Staates in den
Xx z Han-