694 Betracht, über die Weltgeschichte.
Händen hatten: so.erfoderte es die Klugheit der Re-genten, bald den Adel, bald die Clerisey zu bereden,daß er seine Vortheile mit den Vortheilen des Monar-chen verbinden müßte. Weil in Ludwigs Familie ei-ne immerwährende Zwietracht hcerschete: so vcrlohrder Kaiser alles Uebergewicht, das er über beydeStande haben mußte, indem er den Eigennutz des ei-nen aus Aberglauben und den Geiz des andern , ausFurcht zu unterhalten genöthiget war. Weil er abergegen die Clerisey, so undankbar sie auch gegen seineWohlthaten war, weit mehr verschwendete, als ge-gen den Adel: so wandte sich derselbe an seine unruhi-gen Söhne, und sie schmeiche'tcn dein Hochmutheder Geistlichen nur so lange, bis das Aisehen des Va-ters genug geschwachet war, weil sie durch den An-hang des kriegerischen Adels im Stande waren, zuseiner Zeit die Clerisey, die keine andere Waffen, als,i>m nur schwache Gemüther schreckenden Bann hatten,Zu demüthigen. Dieses geschah. Lothar in Italien »md Pipin in Aquitanien nahmen sehr bald die Grund-sätze ihres AnHerrn, dcs'Carolus Martellus , an. Siebelohneten die eigennützige Treue des Adels mit dm- . Gütern der Clerisey. Vergebens nahm sie nunmehr
' ihre Zuflucht zum Kaiser. Sie hatte selbst die Macht
gcschwächet, von welcher sie Schuß verlängere. Siewurde noch mehr unterdrücket, als der Kaiser starb.Lothar, Ludwig und Carl, sucheten sich unter den gros-sen Creaturen zu machen, und konnten doch von ihremEigenthums wenig verschenken. Sie gaben also demAdel, der ihre Partey nehmen wollte, den Genuß ei-
5s^5 lp. uiger Kirchengüter. Die Großen waren so ungestüm,^ ^ ^ Monarchen oft gezwungen sahen, ihnen
^. ^. ^ 'wider ihren Willen dergleichen Geschenke zu machen.
La/«-.-.'?. Die Clerisey klagete mehr über die Gewaltthätigkeiten/o?. der