Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
696
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696 Betracht, über die Weltgeschichte.

len ich mich habe unterwerfen wollen und noch ißt zuunterwerfen bereit bin! Ein schwacher Monarch, derso klagen muß!

Die wichtigen Veränderungen, welche durch dieUn"inigkeiten der Könige, die sich in die fränkischeMonarchie getheilec hatten, die Allodialgüter und dieLehngüter der Franken betrafen , trugen eben so vielzum Untergänge ihrer Monarchie ben. Es gab da-rinnen Freye , welche unter den Grafen stunden, undauf seinen Befehl in den Krieg zogen ; es gab fernerVasallen, welche der Lehnsherr aufbo? h. Diese tonn-ten von den Grafen, unter denen alleFreyen stunden,im Gehorsame erhalten werden. Diese beyden Ständehielten einander eine Zeitlang das Gleichgewicht, und solange blieb die Monarchie mächtig. Die Freyen stundenunmittelbar unter ihr; die Vasallen nur mittelbardurch ihren Lehnsherrn. Jene waren bis auf Carls,des Großen Zeiten zu Lehngütern unfähig; und solange blieben sie auch unter der unmittelbaren Gewaltder Monarchen. Sie verlohren aber so bald etwasvon ihren Rechten über sie, als die Freyen diesenVorzug erhielten. So bald sie nicht allein freye Erb-güter , sondern auch Lehnsgüter besitzen konnten: somußten sie schon auf eine gewisse Weise zween Herren^.Ss>^L,dmien, dein Monarchen und dem Lehnsherrn. Nachx,z./>.^. der schrecklichen Schlacht bey Foncenay , machten Lo-thar, Ludwig und Carl, einen Vertrag , in welcheneinige Artikel eingerücket wurden, welche die ganzepolitische Verfassung der Franken verandern mußten.Carl, machte dem Volke bekannt, daß ein jeder, derfrey wäre, sich den König, oder einen von den Gros-sen zum Herrn wählen könnte. Vor diesem Verglei-che konnte zwar ein Freyer ein Vasall von einem Lehns-herrn werden; aber sein Erbgut blieb doch unter der

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