Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
701
Einzelbild herunterladen
 

Dritter Abschnitt. 701

ten den Ungehorsam gegen ihre Könige. Die Cleri-sey verfolgete die Monarchen, und der Adel verfolget«beyde. Da sie sich unter einander selbst aufzureibensuchten: so konnten sie desto leichter von den Saracenenund Normannen aufgerieben werden. Die fränkischenKonige würden nicht Kaiser geworden seyn, wenn dierömischen Bischöfe nicht hätten weltliche Herren seynwollen, und vielleicht würden sich ihre Nachkommen,eher oder länger bey dieser Würde und Macht erhaltenhaben, wenn eben diese Bischöfe nicht unumschränktzu werden gesuchet hätten.

Unterdessen geschieht nichts neues unter der Son-ne. Der Misbrauch der Religion, die Herrschsucht,die Ungerechtigkeit der Großen, und die allgemeineFreyheit, ungestraft lasierhaft seyn zu können, hatalle große Monarchien erst verwüstet und endlichzerstöret.

q- 5 -t-q-q-q-4--i--i-^-i!»-i--i°-i--!--!°-t!-i°

Von

den Deutschen, ihrer Religion, ih»

ren Bitten , ihren Gesetzen, ihren Ge-bräuchen und den Veränderungen, diesie erlitten haben.

Unterthanen dieser Monarchie, deren Aufrich-tung, blühenden Zustand, Verfall und Unter-gang wir zeithcr betrachtet haben, waren Deutsche.Sie sind so merkwürdig, als die Aegyptier oder die Rö-mer, die Bossuer so schön abgebildet hat. Man wirdin der Geschichte der mittlern Zeiten tausend Schritteim Finstern thun, und viele von den Begebenheiten,Gesetzen und Gebräuchen der Deutschen nicht begreifen

können.