Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
707
Einzelbild herunterladen
 
  

Dritter Abschnitt. 707

schlaget; den andern Tag wurde bey nüchternem Mu-the ein fester Schluß gemacht. Sie berathschlagten,wieTacituS saget, zu einer Zeit, da sie sich nicht zu ver-stellen wußten ; sie beschlossen zu einer Zeit, wo sie sichnicht irren konnten. Als die Franken Gallien erober-ten : so wurde zwar unter den Mitgliedern des Staa-tes eine engere Vereinigung errichtet; sie blieben abecdoch noch immer frey genug. Ihre allzugroße Frey-heit wurde nicht eher als unter den Königen des zwey-ten Stammes eingeschränkt, welche die Verfassung derFranken monarchischer machten.

Ihre Fürsten hatten außer ihren eigenthümlichen c. ,s.Gütern keine andern Einkünfte, als einen Theil derStrafen und was das Volk sonst freywillig an Viehoder Früchten schenken wollte. Allein, sie hatten auchkeinen großen Aufwand zu machen. In Kriegeszeitenzog die ganze Nation mit ihnen zu Felde; der Adelmachte sich eine Ehre daraus, ihnen Hof und Gefolgezu machen. Er hatte bey ihnen die Tafel; alle Be-lohnungen, die er austheilte, waren Pferde odexWaffen. Allein als sie auswärtige Eroberungenmachten und die Fürsten immer einen Theildes erober-ten Landes für sich behielten : so konnten sie unter die-jenigen, die ihnen folgeten, Belohnungen austheilen.Vorher hatte es Vasallen ohne Lehngüter gegeben,wenn man nicht Pferde und Wurfspieße dazu machenwill. Nunmehr aber kamen die Lehngüter auf. DerFürst ertheilte denen, die ihm treue Dienste geleistethatten, einen Theil seiner Ländereyen zum jährlichenGenusse ; mit der Zeit genossen sie die Einkünfte der-selben , so lange sie lebten; endlich wurden sie erblich.Diejenigen, denen die Fürsten dergleichen Güter ge-schenkt hatten, theileten sie so dann wieder unter an-dere aus, diej eben deswegen von ihnen adhingen.

V y 2 Diese