Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
711
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Dritter Abschnitt. ?»

Wahrheiten der Offenbarung Eingang bey ihnen findenwerden! Man darf sich nicht darüber wundern, daßunter der Regierung der frankischen Könige, Bischöfeund Aebte ohne Anstoß mit in den Krieg zogen, undwie andere Unterthanen dazu aufgebothen wurden.Die Deutschen waren das vor ihrer Bekehrung schonvon ihren Priestern gewohnt.

Die Künste, zu denen viel Erfindung und Arbeit ge?hörte,waren unter ihnen unbekannt. Doch rühmet manvon ihnen, daß sie in Leinen arbeiten konnten. Dieseswar vornehmlich dic Beschäfftigung des weiblichen Ge-schlechtes. Diejenigen, welche an den Küsten wohne-ten, trieben einige Handlung, und verstunden etwasvon der Schiffahrt und dem Schiffbaue. Die Künstewurden nicht eher unter ihnen bekannt, als bis sie dieRömer überwunden hatten. Unterdessen waren sie zurErlernung der Wissenschaften und Künste fähig genug.Die Dichtkunst war unter ihnen bekannt; die Bardenwaren ihre Poeten. Iornandes kann vie Lehrbegierde/-"-««»«s.der Gothen nicht genug rühmen. Er erzählet, daß ein ^ ^ö.L-»,griechischer Philosoph ein so fähiges Naturel zu den Wis-^'"'senschaftcn bey ihnen gefunden habe, daß er ihnen fastalle Philosophie beybringen können. Er unterrichtetesie in der Sittenlehre, in der Naturkunde, in derKenntniß der Sterne und so gar in der Logik. Wasfür eine Lehrbegierde mußten sie haben, sagte er, daßHellen, wenn sie vier Tage von den Waffen ausruhe-ten, sich in den Lehren der Weltweisheit unterrichtenließen, daß dieser die Stellungen der Gestirne und einanderer die Natur der Kräuter kennen lernen wollte?Man hat gesehen, wie sehr die Wissenschaften und fastalle schönen Künste unter Carln dem Großen ihr Glückbey den Deutschen machten. Die unglücklichen Zeiten,die auf seine R^gimmg folgecen, stürzecen sie in die U>^Py 4 wissen-